Creed – Rocky’s Legacy

Familien-Credo

Mit Creed legt Regisseur Ryan Coogler einen würdigen Rocky-Nachfolger vor

„Keiner kann so hart zuschlagen wie das Leben. Aber es geht nicht darum, wie hart einer zuschlagen kann, es zählt bloß, wie viele Schläge er einstecken kann und ob er trotzdem weiter macht.“ – ein Rat, den Rocky Balboa seinem Junior gibt. Das war im sechsten Teil der Filmreihe, als der einstige Champion ein weiteres Comeback versuchte und wieder verlor. Sein Sohn lebt mittlerweile ein eigenes Leben, seine Frau Adrian starb schon vor Jahren, ebenso sein Schwager Paulie und der Freund Apollo wurde vor seinen Augen im Boxring totgeschlagen. Einsam ist er und lebt in der Vergangenheit, die er in seinem Restaurant „Adrian’s“ museal ausstellt.

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Men & Chicken

Etwas ist faul im Staate Dänemark

Anders Thomas Jensen: Multitalent. Autodidakt. Preisgekrönter Regisseur und Drehbuchautor. Seine Filmografie liest sich wie das Best of des dänischen Kinos der letzten 20 Jahre, er erhielt einen Oscar für seinen Kurzfilm WAHLNACHT, eine Oscar-Nominierung für Susanne Biers NACH DER HOCHZEIT, für den er das Drehbuch schrieb, Oscar für den besten ausländischen Film für IN EINER BESSEREN WELT. Er war am Drehbuch einiger der wichtigsten Dogma-Filme beteiligt, Kult-Klassiker wie IN CHINA ESSEN SIE HUNDE, OLD MEN IN NEW CARS, WILBUR WANTS TO KILL HIMSELF und der erst kürzlich gelaufene THE SALVATION stammen aus seiner Feder, seine Regiearbeiten FLICKERING LIGHTS, DÄNISCHE DELIKATESSEN und ADAMS ÄPFEL toppen dieses Oeuvre, das vor Kreativität, Vielseitigkeit und Tatendrang nur so brodelt.
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Poltergeist

Holterdipolter durch die Medienlandschaft

Remakes sind ja so eine Sache, sie stehen gerne unter Verdacht, bereits Gesehenes neu aufzukochen, ohne dem Ganzen einen neuen Twist oder eine eigene Note zu geben – besonders wenn sie so nah am Plot des ursprünglichen Films bleiben wie in der aktuellen Version von POLTERGEIST. Und wahrlich: Gebraucht hätte es dieses Remake sicher nicht, aber es wartet mit einigen schlauen Einfällen auf, die zwar weder Stoff noch Genre neu erfinden, sicherlich aber kurzweilige Gruselunterhaltung und ein mediales Update von Tobe Hoopers Film aus dem Jahr 1982 bieten.

Drehbuchautor David Lindsay-Abaire hält sich nicht lange damit auf, einen Spannungsbogen aufzubauen, sondern schöpft bereits im ersten Drittel, was die Schockeffekte anbelangt, aus dem Vollen. Dass Familie Bowens neues Heim auf einem ehemaligen Friedhof steht, wird lediglich in einem Nebensatz erwähnt, ist kein dramaturgischer Effekt mehr, sondern objektive Erklärung für die aus dem Totenreich zurückgekehrten Geister, die nun dieses Haus heimsuchen und die kleine Tochter Madison in eine Zwischenwelt mitnehmen.
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