Wild Card

Ab 31.07.2015 auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Wenn ich einen Film mit Jason Statham sehe, dann weiß ich, dass es sich um einen Actionfilm handeln muss. Mit Transporter fing alles an und danach gab es für den Actionstar kein halten mehr. Gefühlt nahezu jede dritte Produktion mit dem Siegel Action darauf, beinhaltet Jason Statham. Und anders als Arnie oder Bruce hat sich der Baller- und Prügelknabe auch bisher kaum in eine anders artige Produktion verirrt. So dürfte der Inhalt von Wild Card auch nicht verwundern, denn auch hier heißt es Action. Genug, um Statham-Junkies zu befriedigen? Eher nicht.

Wild Card dürfte eher zu den ruhigeren Filmen im Statham-Universum gehören, wenngleich es hier natürlich dennoch die ein oder andere Actionszene gibt. Die Geschichte dreht sich um den ehemaligen Söldner und Gelegenheitsbodyguard Nick Wild, welcher sich in Las Vegas hier und da mal mit einem Job über Wasser hält, ansonsten jedoch eher raus möchte, aus dem Sündenpfuhl. Als eines Tages eine Freundin von ihm übel zugerichtet wird, nimmt Wild eher wiederwillig ihren Auftrag an, ihre Peiniger ausfindig zu machen. Schon bald befindet sich Wild in einer Nummer wieder, die alles andere als ungefährlich ist und ihm reichlich Ärger mit dem Verbrechersyndikat in Las Vegas einbringt…

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Nun könnte man bei der Inhaltsangabe denken, dass es hier doch ordentlich zur Sache gehen muss, wenn Statham mal wieder den Helden gibt und sich gegen allerhand Verbrecher zur Wehr setzen muss. Doch dem ist leider nicht so. Denn wie bereits erwähnt ist Action in Wild Card eher hinten angestellt worden, hauptsächlich versuchen die Macher hier eine Geschichte um ihre Hauptfigur Nick Wild zu spinnen, die Statham auch so weit ganz ordentlich verkörpert. Jedoch stört dies eher beim Zuschauen, denn weder wird eine sonderliche Tiefe erreicht, noch bereitet einem die staubtrockene Handlung außerhalb der Action sonderlich auf die wenigen Highlights des Films vor.

Eher im Gegenteil. Von gut 90 Minuten Lauflänge verbringen wir mehr als die Hälfte der Zeit in einem Casino (was beim Handlungsort Las Vegas vielleicht noch aktzeptabel ist) und davon müssen wir gut 30 Minuten dabei zusehen, wie Wild seinem alten Laster, dem Glücksspiel, immer mehr und mehr verfällt. Dabei macht die Figur jedoch keine wirkliche Entwicklung durch, sondern ist nach dieser halben Stunde, im Großen und Ganzen, immer noch vollkommen er selbst. Dadurch fragt man sich immer mehr, was diese ganze Szene, vor allem in dieser ausführlichen Länge, überhaupt soll. Das dumpfe Gefühl, dass hier das dünne Drehbuch mit allerhand Füllmaterial balastiert wurde, ist jedenfalls kaum von der Hand zu weisen.

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Aber nun gut, wenn es dann zur Action kommt, sind diese Momente dann doch einigermaßen schick ausgefallen. Dass sich Nick Wild lieber prügelt, als umherschiesst, merkt man schnell raus und dass Statham und seine Gegner allersamt außerordentlich fit sind ebenfalls. Die Prügelszenen können sich jedenfalls sehen lassen und überzeugen auch durch ihre Choreografie. Lediglich die Verwendung digitalen Blutes, anstatt klassischer Make-Up – Effekte stößt ein wenig sauer auf, aber sei es drum. Zumal auch außerhalb der Actionszenen manch visueller Effekt überzeugt. Hier sei vor allem die Szene erwähnt, in der Nick sein letztes Spiel am Blackjack-Tisch spielt. Da gibt es wirklich einen netten Kameratrick zu bestaunen, den man so nicht alle Tage sieht.

Ein wenig verkohlt fühlt sich der Zuschauer hingegen, wenn er auf dem Cover ließt, dass neben Statham auch Größen wie Sofia Vergara, Anne Heche, Jason Alexander oder Stanley Tucci zu sehen sind und diese dann allesamt aber nur einen Cameo zu bieten haben. Vergara ist schon vor dem Vorspann verheizt worden, Alexander kurz danach und Tucci darf sich lediglich in den letzten 15 Minuten einmal kurz blicken lassen. Ansonsten aber gehört Statham und seinem Nick Wild doch die ganze Show.

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Und somit dürfte Wild Card nur die Wenigsten wirklich überzeugen. Jason Statham-Fans bekommen zwar viel von ihrem Idol zu sehen, doch so wie man ihn am liebsten sieht, nämlich prügelnd oder schiessend, ist er hier kaum zu erleben. Es wird sehr viel mehr Wert auf seine Figur gelegt, doch das geht dann letztendlich in die Hose, da man der ganzen Produktion den Willen nach mehr als nur 08/15-Action einfach nicht so recht abnehmen kann. Dafür ist dann doch alles zu sehr auf konventionell gebügelt worden und das Einzige was sich wirklich sehen kann, ist dann halt doch die Action. Nur diese kommt hier eben zu kurz. Schade!

Was die Blu-ray aus dem Hause Universum Film angeht kann man jedoch nicht meckern. Bild- und Tonqualität sind soweit in Ordnung, in Sachen Extras gibt es Interviews und ein paar Behind-the-Scenes-Featurettes.


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