Sleepy Hollow – Staffel 1

Seit 11.06.2015 auf DVD im Handel erhältlich.

Die Mode erfolgreiche Kinofilme für das Fernsehen als Serie auszuwerten geht weiter. Erst vor einigen Wochen stellten wir Euch From Dusk till Dawn vor, einen soliden, aber sicher nicht unbedingt herausragenden Vertreter dieser Machart. Dann wären da noch Daredevil oder Agent of Shields (Avengers) und wie sie alle heißen mögen. Und in kürze erwartet uns mit Scream sogar Wes Cravens Slasher-Klassiker in Serienformat. Ob dieser etwas taugt, werden wir sicher auch unter die Lupe nehmen. Doch heute nun geht es um Sleepy Hollow, einem Vertreter, der nur auf den ersten Blick nach Serienfilmverwurstung aussieht.

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Doch wirklich etwas gemein mit dem Schauerklassiker von Tim Burton hat Sleepy Hollow eigentlich nicht. Genau wie Burtons Film basiert die Serie lediglich auf der Sage um den kopflosen Reiter und seinem Widersacher Ichabod Crane, ansonsten geht die Show jedoch ihre eigenen Wege. Crane erwacht hier nämlich in der Gegenwart. Durch einen Zauber seiner Geliebten Katrina muss er sich durch das hier und jetzt schlagen. Gar nicht so einfach, war doch an Sachen wie Smartphone, Internet, Social Network, ja elektronisch betriebene Technik im allgemeinen noch nicht im Ansatz zu denken, als Crane zu Zeiten Benjamin Franklins sein Leben lebte. Nun ist er also in das Jahr 2013 katapultiert worden und muss sich nun nicht nur mit den Dingen der Gegenwart beschäftigen, sondern auch mit dem kopflosen Reiter, der ebenfalls quicklebendig ist und nun nicht nur Crane, sondern gleich der ganzen Menschheit an den Kragen will. Ein Kampf um Leben und Tot beginnt und Crane erhält Unterstützung durch die taffe Ermittlerin Abbie Mills.

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Die Story ist fraglos eine der netteren im Serienuniversum. Auch wenn man der Geschichte um einer Person aus der Vergangenheit,die sich nun durch das aktuelle hier und jetzt schlagen muss, kaum neue Aspekte hinzufügen kann, so sind es doch vor allem diese Momente, in denen Sleepy Hollow so richtig lebt. Wenn Crane ein ums andere Mal versucht mit dem Internet zurecht zu kommen, sich mit der IPhone-Stimme Sirius herumschlägt oder sich gar sehr wundert, wie die Menschen heutzutage miteinander kommunizieren (Ghettofaust, Facebook), dann fühlt man sich fraglos gut unterhalten und kann dem Ganzen kaum böse sein, wenn die ein oder andere eigentlich gute Idee doch im Sande verläuft.

Hauptsächlich dreht sich Sleepy Hollow jedoch um den Kampf von Crane und Mills gegen allerlei mysteriöse und merkwürdige Zeitgenossen, allen voran dem kopflosen Reiter, der sich irgendwie in jeder Zeitepoche pudelwohl zu fühlen scheint und sein böses Ansinnen mühelos in die Tat umzusetzt. Dabei sind vor allem jene Episoden am funktionalsten, die mit einer abgeschlossenen Handlung für sich stehen. Ein Highlight ist dabei die Geisterhaus-Episode, in der Crane und Mills in besteSpukhausfilmmanier den Ereignissen auf den Grund gehen.

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Dagegen funktioniert die sich durch nahezu alle Episoden ziehende Fortsetzungsgeschichte um den besagten Reiter nur hin und wieder einmal. Gerade in den Anfangsepisoden scheint deren Dynamik nicht vom Fleck zu kommen, vor allem nach dem Pilot ist man doch erst einmal etwas abgeschreckt. Doch das gibt sich dann glücklicherweise relativ schnell.

Zu den sehr gelungenen Details der Serie gehören auch die Kulissen, sowie generell die Atmosphäre des Ganzen. In den Rückblenden, wenn es um Cranes Vergangenheit geht, bekommen wir es mit wunderbar altertümlichen Flashbacks zu tun, die sehr gut in das ganz Treiben passen. Und wenn der kopflose Reiter dann durch die Gegenwart präscht, kommt auch eine wohlige Atmosphäre auf. Mit zu den besten seiner Art gehört auch der Vorspann, der musikalisch eine absolute Offenbarung ist. Der Opener hat schon fast HBO-Qualitäten, dass kann man ohne Übertreibung sagen.

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Und ebenfalls lobenswert erwähnt gehören die Darsteller. Tom Mison gibt einen blendenen Ichabod Crane ab, dem man seine Desorientierung im Hier und Jetzt locker abnimmt. Dazu Nicole Beharie als attraktive Partnerin Abbie Mills, und Orlando Jones als Captain. Die größte Freude bereitet einem jedoch John Noble, der verrückten Wissenschaftler aus Fringe, der hier wieder absolut in seinem Element zu sein scheint. Kein anderer hätte den Totesser Henry Parrisch so gut darstellen können wie er.

Somit bildet Sleepy Hollow unterm Strich eine weitere hochwertige TV-Serie ab, die man sich gut und gerne geben kann und die in einzelnen Details auch wirklich (sehr) unterhaltsam ist. Im Vergleich jedoch zu den ganz großen Vertretern heutiger TV-Shows hat sie es dennoch schwer zum Vorschein zu kommen und wirklich verführerische Innovationen bleiben leider auf weiter Strecke aus. Für den kleinen Serienhunger für zwischendurch jedoch ganz genüsslich.

Da die Serie hierzulande böse gefloppt ist und schon nach wenigen Episoden von Pro 7 aus dem Programm genommen wurde, entschied sich 20th Century Fox lediglich für eine DVD-Veröffentlichung. Die Qualität der DVDs kann sich aber sehen und hören lassen und die Extras sind interessant und aufschlussreich…

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