Wolves – Die letzten ihrer Art

Seit 20.02.2015 auf DVD & Blu-Ray im Handel erhältlich.

Spätestens seit der Twilight-Reihe ist es wieder mega-In, Kreaturen wie Werwölfe und Vampire nicht als reinrassige Horrorgestalten zu zeigen, sondern als verletzliche, ja sogar zur Liebe neigende Wesen, die in ihrem Innersten auch nicht so viel anders sind, als wir „normale“ Menschen. Twilight verkitschte damit vor einem Millionenpublikum die dunklen Seiten der Gestalten und viele, meist noch dürftigere Plagiate, taten es der Reihe gleich. Mit Wolves – Die letzten Ihrer Art haben nun auch die Franzosen entdeckt, dass sich mit dieser Thematik viel Geld machen lässt. Vor kurzem bei uns im Heimkino erschienen, hat der Streifen aber auch nicht viel mehr zu bieten, als die Konkurrenz.

Wolves erzählt die Geschichte des 18-jährigen Cayden, dessen Leben eigentlich nicht besser verlaufen könnte. Er ist erfolgreich in der Schule, der Kapitän des Football-Teams und hat eine schöne Freundin an seiner Seite. Eines Tages jedoch muss er entdecken, dass etwas mit ihm nicht stimmt. Und als er seine Eltern grausam ermordet auffindet, wird ihm klar, dass diese Tat auf seine Kappe geht: er ist ein Werwolf. Also begibt er sich auf die Suche nach seinen Ahnen und kommt dabei in die kleine Stadt Lupine Ridge. In dieser Stadt bekriegen sich zwei Werwolf-Clans und Cayden glaubt am Ziel seiner Suche zu sein. Als er sich jedoch in Angelina, der Freundin eines Clan-Anführers verliebt, gerät die Sache außer Kontrolle…

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Dünn und vorhersehbar, dass sind vor allem die Gedanken, welche einem durch den Kopf schwirren, wenn man sich dieses Werk ansieht. Zudem auch merklich aufgesetzt. Wolves bietet in seinem Storykern eine Selbstfindungsgeschichte um einen jungen Mann, der seine Ursprünge erforschen will und sich dabei in die Falsche verliebt. Mit allen Regeln der Kunst muss dieser all jene Klischees durchwalzen, die solch eine Figur in einem Film dieser Art durchleiden muss. Natürlich hat unser Held Selbstmordgedanken, natürlich verliebt er sich dann in ein Mädchen und natürlich ist sie die falscheste Frau, in die er sich hätte verlieben können, was natürlich ungeheuren Ärger nach sich zieht. Der Film lässt jedwede Spannung vermissen und die Handlung dümpelt nur vor sich hin.

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Wenn nun wenigstens ein wenig Sex und Gore vorhanden wären, könnte man sich vielleicht noch mit der dünnen Geschichte abfinden, denn das die Storys in diesem Genre sonderlich ausgefeilt sind, dass erwartet man schon gar nicht. Doch auch auf dieser Ebene hat Wolves kaum etwas zu bieten. Auch wenn es eine wilde Sex-Szene zwischen Cayden und Angelina gibt, so schwenkt die Kamera doch immer verschämt weg, wenn es etwas Unzüchtiges hätte zu sehen gegeben. Und auch in Sachen Bluteffekte ist das Ganze eher dürftiger Natur. Den ein oder anderen Effekt gibt es zwar zu sehen, doch für einen Film, welcher mit einem R-Rating versehen wurde, ist das ganze Treiben doch etwas zu harmlos, so dass die fehlende Story nun nicht einmal mit sonderlichen Schaueffekten übertüncht werden kann.

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Und auch abseits von nackter Haut und Blut sind die Schauwerte kein sonderlicher Augenschmaus. Die Verwandlungseffekte der Werwölfe fallen da besonders negativ auf, sind sie doch allesamt am Computer entstanden und das in nicht gerade aufwendiger Form. Ähnlich sieht es mit den Maskeneffekten aus, bei denen der geneigte Genre-Kenner sich schon fragt, ob die genialen FX eines American Werewolf für immer unerreicht bleiben werden. Ob hier einfach nicht mehr Können vorhanden ist oder ob man die Werwölfe schlicht und einfach nicht so gruselig wirken lassen wollte wie anderswo, ist jedoch leider unbekannt.

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Somit ist Wolves letzten Endes nur eine weitere trostlose Kopie der Twilight-Reihe, nur ohne Vampire und ohne neue Ideen dafür aber mit ganz vielen Klischees, billigen Effekten und hölzernen Darstellern. Könnte man jetzt wenigstens so etwas wie Spannung oder Atmosphäre entdecken, hätte man das Ganze vielleicht dennoch als solides Heimkinowerk ansehen können, so jedoch ist der Film aber nur eben jenen zu empfehlen, die von verliebten Werwölfen auf Selbstfindungstrips nicht genug haben können. Schade!

Was die Blu-ray angeht gibt es jedoch nicht viel zu meckern. Das Bild ist knackscharf und auch der Ton überzeugt. Lediglich in Sachen Extras gibt es nur ein Behind-the-Scenes-Special zu entdecken, sowie die übliche Trailershow.


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