Baymax – Riesiges Robowabohu

Ab 22.01.2015 im Kino

Als die Marvel Studios 2009 von Disney aufgekauft wurde, war das Geschrei groß, denn niemand konnte glauben, dass die Übernahme durch den Mauskonzern dem Superheldenstudio gut tun würde. Doch spätestens nach The Avengers wurde die breite Masse eines Besseren belehrt. Action, Look, Story und Effekte blieben auch unter der Disneyregie genau auf dem Niveau, wie man es sich als Fan von Superheldenverfilmungen gewünscht hat. Nun jedoch zeigt Disney einen Marvelcomic einmal von einer anderen Seite. Die, im direkten Vergleich, eher unbekanntere Big Hero 6-Reihe wird als klassischer Disneyanimationsstreifen gezeigt. Doch sooo ganz gewöhnlich ist auch dieser Disneyfilm nicht.

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Baymax
erzählt die Geschichte des kleinen Hiro Hamada, welcher sein hohes Talent vor allem dazu einsetzt, um an Roboterkämpfen teilzunehmen. Sein Bruder Tadashi unterstützt ihn zwar durchaus dabei, jedoch wäre es ihm lieber wenn Hiro seine Fähigkeiten eher an der Universität einsetzen würde. Dort entwickelt Tadashi einen Gesundheitsroboter namens Baymax, ein großer ballonartiger Roboter, welcher quasi der Arzt von morgen werden soll. Bei einer Explosion kommt jedoch Tadashi ums Leben und Hiro ist nun auf sich allein gestellt. Bis er Baymax zufällig reaktiviert und sich eine enge Bindung zu dem knuffigen Roboter entwickelt. Als die Stadt dann eines Tages von etwas Bösem bedroht wird, formt er sich, zusammen mit Baymax und vier Mitstudenten Tadashis, zur Superheldengruppe Big Hero 6 und dass Abenteuer beginnt…

Wer die Geschichten von Big Hero 6 kennen sollte wird schnell merken, dass die Verfilmung doch nur recht lose auf den Comics basiert. Zwar wurde der asiatische Stil der Bilder durchaus passend übernommen, doch inhaltlich unterscheiden sich die Figuren schon recht auffällig von seinen gezeichneten Gegenstücken. Der Gesundheitsroboter Baymax, der hier eine der Hauptfiguren ist, ist z. B. in der gezeichneten Form gar nicht vorhanden. Aber nur die wenigsten Zuschauer dürften sich daran groß stören, erwarten sie doch bei einem typischen Disneyfilm eher familiengerechte Unterhaltung und das, wenn möglich, ohne die üblichen Disneyklischees. Und darauf darf sich der erwartungsvolle Interessent durchaus freuen.

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Denn Baymax verzichtet größtenteils auf die üblichen Formeln wie Gesang, niedliche Sidekicks oder die verputzierung eigentlich schlimmer Ereignisse, sondern bietet kindgerechte Superhelden-Action, mit der passenden Menge an Humor und einem durchaus ernstzunehmen dramatischen Part. Der Tod Tadashis und die daraus resultierende Leere in Hiros Leben wird z. Bsp. recht realistisch aufgearbeitet, ohne dass der Film zwangsweise versucht, das Ganze in „ist doch gar nicht so schlimm“ umzuformen. Natürlich hält die Trauer nicht lange an, es ist schließlich ein Superheldenfilm für Kinder, doch glaubwürdig ist dieser Teil von Baymax allemal.

Insgesamt jedoch reagieren natürlich Spaß und Action. Baymax, der schlacksige Gesundheitsroboter, welcher von Hiro später zum Superroboter umfunktioniert wird, ist fraglos eine der witzigsten Figuren der letzten Disneyfilme. Egal ob es sein tapsiger Gang ist, seine ganze Gestik und (minimale) Mimik oder eben seine ganz eigene Art, die Geschehnisse seiner Umgebung zu reflektieren. Man kommt teils aus dem Lachen nicht mehr heraus. Vor allem eine ganz bestimmte Gestik, in der Hiro seinem Freund die sogenannte „Ghettofaust“ beibringt, ist einfach nur zum Brüllen und schon jetzt im Internet ein gern angeklickter und zitierter Ausschnitt des Films.

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Und in Sachen Action knallt und bumst es genauso ausgiebig, wie bei den Marvelfilmen für Erwachsene. Die unterschiedlichen Kräfte unserer Superhelden sind perfekt ausgedacht und ideal an ihre jeweiligen Figuren angepasst. Der Bösewicht ist streng, wenngleich, disneytypisch, natürlich nicht ganz so böse und brutal wie man denken könnte und am Ende gibt es natürlich die übliche Happy End-Auflösung, wenngleich auch diese nicht unbedingt die Regeln eines, im Sinne des Genres, durchaus glaubwürdigen Finales außer Kraft setzt. Kurzum inhaltlich kann man mit Baymax rundum zufrieden sein.

Das Gleiche gilt aber auch für die audio-visuelle Komponente des Ganzen. Das sich Disney schon lange nicht mehr hinter der Konkurrenz im eigenen Haus, Pixar, zu verstecken braucht ist bekannt. Und so glänzen die Animationen und bilden eine gute Mischung aus computerdigitalen Animebildern auf der einen Seite und typisch amerikanischen Bildern auf der anderen Seite. Alles ist groß und pompös inszeniert und detailliert in Szene gesetzt. Lediglich die 3D-Umsetzung ist etwas schwach auf der Brust. Das wird jedoch vom kräftigen Sounddesign des Films, sowie seiner Synchronisation wieder gut gemacht. Bastian Pastewka, welcher Baymax in der dt. Fassung spricht, kann man wirklich als Idealbesetzung bezeichnen, welche der Figur noch einen zusätzlichen Glanz verleiht.

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Somit sei Baymax uneingeschränkt jedem empfohlen, der gerne Disneyfilme schaut oder sich gerne ins Marveluniversum begibt. Und wer sogar beides gerne macht, für den ist der Film fraglos ein Must-See. Die Verschmelzung von (un-)typischer Disneyanimation auf der einen Seite und Marvel-Verfilmung auf der anderen Seite, ist jedenfalls bestens gelungen.

Ach ja, und geduldige Zuschauer werden sogar mit einem urkomischen Auftritt von Stan Lee belohnt, welcher es sich natürlich auch hier nicht nehmen ließ, einen (animierten) Gastauftritt durchzuführen. Und dieser ist vielleicht einer seiner besten Cameos überhaupt. Also dran bleiben!

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