Devil’s Due

Alles könnte so idyllisch sein: Zach (Zach Gillett) und Samantha (Allison Miller) haben soeben geheiratet und ein kleines Häuschen bezogen, die Flitterwochen verbringen sie in der Dominikanischen Republik. Die beiden fahren am Vorabend ihrer Heimreise mit einem Taxifahrer, der sie zu einer Undergroundparty bringen will. Sie haben innerhalb kürzester Zeit einen Filmriss und wachen verkatert im Hotel auf. Wieder zu Hause, stellen sie fest, dass Samantha ungewollt schwanger ist. Die Ausgangssituation in DEVIL’S DUE ist altbekannt, der Titel verrät obendrein vorab schon den Ausgang (der deutsche Untertitel räumt dann alle Zweifel aus: TEUFELSBRUT) – erhoffte Kniffe und Wendungen bleiben aus, in Punkto Meta-Spoiler ist der Film jedoch ganz weit vorne.

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Letztendlich lässt sich kaum mehr über den ersten Langfilm von Tyler Gillett und Matt Bettinelli-Olpin sagen, die 2012 mit ihrem Beitrag zu V/H/S auf sich aufmerksam machten: Das Drehbuch wirkt beinahe lieblos aus Versatzstücken zusammengeschustert – Handlungselemente und Schockeffekte aus ROSEMARY’S BABY, THE EXORCIST und auch PARANORMAL ACTIVITY, um nur die bekanntesten Stichwortgeber zu nennen, werden hier wild und unverhohlen miteinander kombiniert. Dabei verwässert jedoch die Handlung zusehends – der Fokus liegt nicht auf Sam, sondern auf Zachs Perspektive, der Zuschauer wird aber lediglich Zeuge seiner Passivität. Auf proaktives Handeln oder Figurenentwicklung wartet man umsonst und so verstreichen die ersten 50 Minuten ohne großartige Vorkommnisse, Langeweile macht sich breit. Diese wird auch beim Höhepunkt kaum vertrieben, denn Sams mit der Schwangerschaft fortschreitende Besessenheit vom in ihr heranwachsenden Dämon wird zwar angedeutet und mit einigen kleinen Schockmomenten verziert, weckt jedoch keinerlei emotionale Verbundenheit mit der Figur. Wir erinnern uns: Zachs Perspektive bleibt im Mittelpunkt, seine Untätigkeit lässt ebenfalls kein Mitfühlen des Zuschauers zu, sondern löst eher Verwunderung aus.

Die vermeintlich innovative Ästhetik speist sich aus der in den letzten Jahren im Horror-Genre zur Mode geronnenen verwackelten Handkamera, die hier zusätzlich mit Zachs Hobby-Filmerei erklärt wird – er trägt ab der Mitte des Films eine Go-Pro im Knopfloch. Einen solch uninspirierten Kunstgriff als Figurenzeichnung tarnen zu wollen, ist kaum innovativ, sondern schlicht und ergreifend ärgerlich. Die an sich gute Idee, einen Großteil des Filmes mit öffentlichen oder im Heim installierten Überwachungskameras und Home-Videos zu bestreiten, ist leider nicht ganz ausgegoren und wirkt daher unauthentisch. Ohne weitere Absurditäten aufzählen zu wollen (Ein an das €-Zeichen erinnerndes satanisches Symbol? Im Ernst?), lässt sich DEVIL’S DUE als eher drittklassiges Derivat bekannter und in vielen Fällen weitaus innovativer eingesetzter Horror-Versatzstücke und -Effekte charakterisieren. Im Großen und Ganzen tut der Film zwar nicht weh, bietet aber aufgrund des Spoiler-Titels keinerlei Überraschungen und hat leider auch kaum Grusel- oder Schockerqualitäten vorzuweisen.


Devil’s Due, USA 2014 – Regie: Tyler Gillett, Matt Bettinelli-Olpin. Drehbuch: Lindsay Devlin. Kamera: Justin Martinez. Mit: Alison Miller, Zach Gilford, Sam Anderson. Verleih: 20th Century Fox, 89 Minuten. Heimkino-Start: 17.10.2014.


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