Anomaly – Jede Sekunde zählt

Seit 30.10.2014 auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Ryan erwacht in einem dunklen Raum. Der Raum bewegt sich. Vermutlich befindet er sich in einem Fahrzeug. Nur wie kommt er in diese Situation? Erinnern kann er sich nicht daran, bemerkt aber schnell, dass er nicht allein ist. Ein kleiner Junge ist bei ihm, gefesselt. Er befreit ihn und behält einen kühlen Kopf. Er kann aus dem Wagen ausbrechen und mit dem Jungen flüchten. Verfolgt von den Entführern verstecken sie sich auf einem Friedhof. Zunehmend bemerkt Ryan, dass irgendetwas nicht mit ihm zu stimmen scheint. In dem Moment als er offensiv gegen die Verfolger vorgeht, fällt er in Ohnmacht. Er erwacht erneut, an einem anderen Ort und die Zeit zum letzten klaren Moment scheint Tage her zu sein. Ihm gegenüber steht einer der Entführer vom Friedhof, der ihm freundlich und vertraut entgegenkommt. An der Wand ein Foto des Jungen aus dem Wagen. Ryan scheint Teil eines Spiels zu sein, das er nicht versteht und es liegt nun an ihm für Aufklärung zu sorgen.

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Ryan Reeves ist Soldat und in jeder Szene des Filmes anwesend. Aufgrund eines Implantates in seinem Hals hat er nach jedem Erwachen genau 9 Minuten und 47 Sekunden Zeit sich zu orientieren, um in seiner verwirrenden Situation zu handeln. Wenn die Uhr abgelaufen ist fällt er wieder in einen Schlaf und kommt dann wieder woanders zu sich. London, New York, Hong Kong oder in einem Flugzeug. Eine Erklärung hat er nicht, zumal es gravierende Zeitsprünge von einer zur anderen Wachphase gibt. Er kann sich immer an die lichten Momente erinnern, nicht aber an das, was dazwischen passiert ist. Auch der Zweck bleibt im Dunkeln, nur eines ist klar: Es geht immer wieder um den Jungen, den er zu Beginn befreite.

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Der britische Science Fiction Thriller The Anomaly wartet mit einer interessanten und frischen Idee auf und lässt einen gleich zum Anfang einen spannenden und intelligenten Film erwarten. Schade ist es, dass bereits nach den ersten drei Zeitsprüngen die mysteriöse Atmosphäre versiegt. Häppchenweise hätte man dem Beobachter mit Puzzleteilen füttern können, damit man die Story zusammensetzen kann. Leider ist der Informationsgehalt in vielen Episoden sehr gering und wird durch ästhetische Kampfszenen ersetzt. Nichts spricht gegen Action, aber die zunehmende Häufigkeit kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Konstruktion der Geschichte immer verwirrender wird und man am Ende nichts mehr zu durchschauen vermag. Sofern man anschließend mit einer raffinierten Auflösung überrascht wird, ist das just verziehen. Gerne schaut man sich solche Streifen immer wieder an um nun mit dem vollkommenen Wissen nach zu sehen, wo die Hinweise im Laufe der Erzählung lagen. Regisseur und Hauptdarsteller Noel Clarke (Streets of London, 2008 – Star Trek into Drakness, 2013) ist es nicht gelungen diesen Effekt zu erzeugen. Zwar hat man mit technischen Gimmicks und erweiterten modernen Skylines eine hübsche futuristische Umgebung erschaffen, doch reicht das bekanntermaßen nicht aus um ein Publikum anzusprechen und zu fesseln. Auch die explizit ausgearbeitet Mann-gegen-Mann-Kämpfe, welche teilweise im Oneshot gedreht wurden, sind beeindruckende Eckpfeiler, sie gleichen sich jedoch zu bald einander an und bleiben in der fortlaufenden Spielzeit wenig innovativ. Mehr Plot wäre die richtige Entscheidung gewesen, hier hätte man noch mehr feilen müssen, zumal sich wichtige Zusammenhänge nicht immer erschließen.

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Der optisch hochqualitative Film kann in der Gesamtbetrachtung, hinsichtlich der inszenatorischen Dichte, leider nichts Gewinnendes für sich beanspruchen. Die Mühe ist erkennbar aber letztlich ist die Grundidee von Drehbuchautor Simon Lewis nicht ausreichend um 100 Minuten Zeit zu füllen. Schade.


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