13 Sins

Seit 09.10.2014 auf DVD und Blu-ray erhältlich.

Die Kündigung von seinem Chef trifft Elliot hart und im ungünstigsten Augenblick. Das gemeinsame Baby mit seiner Frau steht kurz vor der Geburt und sein geistig indisponierter Bruder genießt eine gute Betreuung, die nun gefährdet ist. Prompt das er die ehemalige Arbeitsstelle verlassen hat, erhält er einen Anruf über ein ihm fremdes Handy, welches er in seinem Wagen auffindet. Eine charismatische Stimme bietet ihm ein Gewinnspiel an, das alle seine Geldnöte beseitigen würde. Über sechs Millionen Dollar stellt man ihm in Aussicht, wenn er 13 Aufgaben erfüllt. Die erste wird auch sofort gestellt und besteht darin eine Fliege zu töten. Leicht gemacht und schnell getan, merkt Elliot rasch das diese merkwürde „Gameshow“ real ist und er 1000 Dollar für seine erste ausgeführte Tat, umgehend auf sein Konto überwiesen bekommen hat. Er beschließt in seiner bevorstehenden finanziellen Not und den damit verbundenen Problemen, das Spiel einzugehen. Die Forderungen des Showmasters aus dem Telefon werden allerdings immer dreister und mit fortschreitender Spielzeit auch radikaler, bis zur Aufforderung Gewalt an Menschen auszuüben. Die Bedingungen des Ausstiegs aus diesem makaberen Geschähen stellen sich jedoch bald als ebenso gefährlich heraus, als wenn er weiter spielen würde.

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Gleich mehrere aktuelle Ängste der modernen Gesellschaft, beispielsweise Überwachung und Armut, stützen die Geschichte von Daniel Stamms neuem Film. Der deutsche Exportregisseur ist seit dem Horrorstreifen Der letzte Exorzismus im Genre bekannt und bleibt mit dem Thriller 13 Sins in verwandten Gewässern. Eine Verwandtschaft zeigt sich allerdings auch zu Stirb Langsam 3 – Jetzt erst recht, Saw oder Nicht auflegen, bei denen ebenfalls absurde Aufgaben unter Beobachtung gestellt werden und ausgeführt werden müssen. Durch das Element der Gameshow und der kontinuierlichen Steigerung der Extreme der Forderungen, konnte das Script von David Birke und Stamm selbst, jedoch um einige Facette erweitert werden. Auch der Einsatz von mehreren Plottwists verstärkt die Spannung in den Momenten, in denen die Aufgaben drohen zur Aufzählung zu verkommen.

Wichtig schien es auch die mögliche Veränderung eines Menschen in so einer Ausnahmesituation zu zeigen. Elliot, gespielt von Mark Webber, ist ein nasses Handtuch und besitzt kein großes Durchsetzungsvermögen. Ab einem bestimmten Punkt, an dem er die Grenzen seiner Moral überschreiten muss, beginnt er Gefallen daran zu finden, anderen Menschen Schmerzen zuzufügen. Er wirkt härter, allerdings nicht im positiven Sinn. Wie eine Marionette lässt er sich steuern, getrieben von niederen Beweggründen. Mit psychologischer Tiefe verkauft man aber keinen Film an ein Publikum das nach Blut verlangt. Die ersten Taten sind noch als Streiche zu verbuchen und gehen Elliot leichter von der Hand als die Amputation eines Armes an einem Menschen der bei vollem Bewusstsein ist. Die Spur dieser Tortur zieht sich durch die Stadt und ruft den Polizisten Chilcoat auf den Plan, der ihn zu stoppen versucht. Dieser wurde mit Ron Perlman besetzt und ist für viele wohl der bekannteste Name auf der Stab-Liste. Auf dieser finden sich mit Tom Bower und Pruitt Taylor Vince noch weitere gestandene Darsteller die dem kleinen Film personell aufwerten. Auch im technischen Bereich bietet das Werk eine gute Optik und für einen Vier-Millionen-Dollar-Film ist das Ergebnis auf einem hohen Standard.

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13 Sins ist trotz der x-ten Wiederholung eines Szenarios eine runde Sache. Er dreht in den ersten Minuten konsequent auf und hält sein Niveau bis zum Ende, das mit Überraschungen aufwartet und neben mancher vorhersehbaren Wendung auch andere unerwartete zu bieten hat. Am Ende scheint jede Person, auf die Elliot trifft, in das düstere Spiel verwickelt zu sein, dessen Erfinder immer im Dunkeln bleiben. Die teilweise sadistischen Aufträge sind intensiv in Szene gesetzt und lassen manchmal über die Altersfreigabe von 16 Jahren staunen.


Koch Media bringt dieses Verwirrspiel, das zwar nicht an Fincher oder Polanski heranreicht und das vermutlich auch gar nicht möchte, ein kurzweiliges und interessantes Stück Thrill in die Läden, dem ich meine Empfehlung ausspreche.

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