Flug 7500

Seit 04.09.14 auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Takashi Shimizu ist zurück. Takashi wer?, wird sich jetzt vielleicht der ein oder andere fragen. Doch so unbekannt ist der Regisseur gar nicht, bzw. seine Gruselreihe, welche dem sogenannten J-Horror angehört, jenen Schockern aus Japan, die vor allem Anfang des neuen Jahrtausend durch Filme wie The Ring salonfähig wurden. Die Rede ist von Ju-On, von dem es bisher zwei japanische Originalfilme gibt, zwei japanische Remakes (The Grudge) und bisher drei US-Remakes, welche er, bis auf den dritten US-Streifen, alle selbst zu verantworten hat. Filme wie Shock Labyrinth 3D folgten. Und mit Flug 7500 präsentiert uns Concorde nun sein neustes Werk, welches ebenfalls überzeugen kann.

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Die Story ist dabei alles andere als spektakulär. Mal wieder geht der Horror in einem Flugzeug um. Viele unbekannte Passagiere begeben sich auf einen Flug in der Maschine „7500“. Nach einem gelungenen Start sieht alles erst einmal nach einem friedlich verlaufenden Flug aus. Doch schon bald geschehen mysteriöse Dinge und ein Passagier stirbt auf unerklärliche Weise. Nachdem man diesen in die geräumte Upper-Class verfrachtet hat, ist man sich sicher, dass der Spuk vorbei ist, doch schon bald sterben weitere Insassen. Was ist hier bloß los?… Das fragen sich hier nicht nur die Fluggäste, sondern auch die Zuschauer. Denn auch wenn die Story nichts Neues zu bieten hat, so schafft es Drehbuchschreiber Craig Rosenberg seine Handlung doch mit einer gewissen Unsicherheit zu unterhalten, dass man auch als Zuschauer nie so wirklich weiß, was eigentlich los ist.

Und das übertüncht dann auch so einige der üblichen Schwächen in diesen Filmen. Denn die Figuren sind mal wieder die typischen Abziehbilder und können kaum Sympathien wecken. Vor allem ein frisch verheiratetes Pärchen geht einem schon bald gehörig auf die Nüsse, wenn die Braut immer wieder versucht sich in den Vordergrund zu spielen, in dem sie z. Bsp. den anderen ihre Hochzeitsfotos zeigen will, aber niemand wirklich Interesse daran hat. Mag zwar sein, dass dies letztendlich auch so gedacht war, aber wirklich gebraucht hätte es diese Figuren nicht. Löblich ist dagegen, dass sich die meisten Charaktere hier nicht ganz so bescheuert verhalten, wie man es sonst von dem Genre kennt.

Nichts zu meckern gibt es hingegen, was die Atmosphäre angeht. Wer sich mit den japanischen Schockern Marke The Ring auskennt weiß, dass diese Filme vor allem durch ihre beißende, fröstelnde Spannung zu überzeugen wissen. Und in dieser Hinsicht weiß auch „Flug 7500“ mit seinem Publikum umzugehen. Auch wenn der Streifen nicht in Japan spielt und auch nicht mit japanischen Darstellern gedreht wurde, so versteht der Regisseur dennoch wie er seinen Streifen zu drehen hat, damit das Ganze dennoch nach einem Schocker im Stil des Genres aussieht. Wenn im Flugzeug alle Lichter ausfallen, manche Leiche, mit tösendem Sound, den Kopf zu einem dreht oder sich in den vernebelten Gängen plötzlich finstere Gestalten bewegen, dann klappern einem doch irgendwie die Zähne. Zumindest wenn man allein im Dunkeln und mit der richtigen Soundanlage vor der Glotze sitzt. Und wenn man dann noch so ein hammerartiges Finale wie hier erlebt, dann kann man sich doch eingestehen, in einem wirklich furchteinflössenden Film gesessen zu haben.


Unterm Strich ist Flug 7500 somit durchaus eine Empfehlung wert. Auch wenn er das Genre sicherlich nicht neu erfindet und auch mit den üblichen Klischees zu kämpfen hat, gruseliger (im positiven Sinne) als die meisten anderen Ableger der letzten Zeit, ist dieser Flug allemal. Dem Macher hinter der Kamera sei Dank.

Was die Blu-ray von Concorde angeht haben wir es hier mit einer technisch gelungenen Disc zu tun, welche sowohl in Sachen Bild- als auch in Sachen Tonqualität rundum zu überzeugen weiß und den Horror passend ins Wohnzimmer transportiert. Vor allem die Abmischung macht helle Freude und drückt einen in den passenden Momenten tief in die Sitze. Nur in Sachen Extras gibt es, außer ein paar Trailern, nicht wirklich etwas zu entdecken. Wenn einen das nicht stört, darf man sich die Scheibe jedoch gerne in die Sammlung holen.

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