Ninja Kommando

Seit 26.08.2014 auf DVD und Blu-ray im Handel erhältlich.

Der Schweizer Filmproduzent Erwin C. Dietrich, welcher auch als Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, vorwiegend in den europäischen Kinos auftauchte, ist berühmt und berüchtigt für seine Beiträge zum Heimat-, Erotik- oder Kriminalfilm. In seiner vorangeschrittenen Schaffensphase in den 80er Jahren erarbeitete er, aufgrund der aktuellen Nachfrage, auch actionreichere Streifen. Dabei wagte er auch einen Ausflug in den Kampfsportsektor und ließ in Hong Kong und Japan einen, für seine Zeit typischen, Eastern drehen.

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In Ninja Kommando muss der talentierte Kämpfer Jay lernen, seine jugendlichen Ansprüche an Ruhm und Präsenz hinter den eigentlichen Werten der Kung-Fu-Philosophie, zurückzuhalten. Immer wieder möchte er sein Können in der Öffentlichkeit unter Beweis stellen, doch sein Onkel muss ihn jedes Mal aufs Neue als Lehrer auf den Boden des einfachen Lebens zurück diktieren. Während Jay die Tage mit seinem trotteligen Freund, dem Treiben eines Taugenichts folgt, wird sein alter Oheim von einem Schatten aus der Vergangenheit bedroht, der sich in einem rachsüchtigen Ninja manifestiert. Seine Kraft ist groß und mit vereinter Stärke werden Lehrer und Schüler des chinesischen Kung-Fu gegen die Finten des japanischen Ninjutsu antreten.

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In diesem Martial-Art-Abenteuer von 1982 treffen die chinesische und japanische Kampfkunst auf einander und wer sich nicht explizit mit deren Eigenheiten auskennt, wird wohl auch keinen Unterschied erkennen können. Der Ehrgeiz der Verantwortlichen, eine korrekte Darstellung der beiden verschiedenen Kulturen anzustreben, wird sich sicher in Grenzen gehalten haben. Asiatische Hau-Drauf-Filme verkauften sich zu jener Zeit einfach sehr gut und mit einem umfangreichen Angebot an Actionszenen war ein Werk, mit dem Wort „Ninja“ im Titel, eine sichere Investition. Auch wenn es sich hier um einen beliebigen Vertreter seines Genres handelt, so bringt er doch alle Elemente mit sich, die nötig sind um den Zuschauer die gesamte Laufzeit über im Sessel zu halten.

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Charakterlich orientiert sich Ninja Kommando eher an den typisch-chinesischen Filmen die vor historischer Kulisse mit viel Komik und Slapstick gepaart, die akrobatischen Fähigkeiten ihrer Protagonisten zeigte. Zahlreiche Auftritte in solchen Projekten hatte Jackie Chan, der sich langsam als Star etablierte und nach dieser Maßgabe hat man, als den jung-naiven Hauptpart, Conan Lee ausgewählt, der stellenweise eine starke Ähnlichkeit mit seinem prominenteren Kollegen hat.

Ninja-Streifen waren hingegen oft ernster und auch wesentlich brutaler. Tatsächlich könnte man in dieser Mixtur von einer Symbiose sprechen, den die unterschiedlichen Attribute von beiden Seiten werden vereint. Zwar stolpert man meistens plump von Szene zu Szene, aber die dicht gesetzten Kämpfe lassen das schnell vergessen. Die ulkigen Momente bleiben erträglich und im Gegenzug wird dann auch mal ein Bein oder Kopf abgeschlagen.

Die von Ascot Elite angebotene Fassung wird ungeschnitten veröffentlicht und das ist aus heutiger Sicht auch mehr als verständlich. Woran sich Zensurbehörden in den frühen 80er Jahren störten treibt kein Kleinkind mehr hinter den Ofen. Die „brutalen“ Effekte wirken mehr als comikhaft, machen aber großen Spaß. Die Kampfszenen sind gut choreographiert, beeindrucken durch Einfallsreichtum und die Physis der Darsteller. Keinesfalls kann man von einem „billigen“ Resultat sprechen. Technisch solide wurde das Geschehen fotografiert und bei Kampfszenen in einem reißenden Fluss oder auf hohen Stelzen beweist sich die gute Umsetzung unter schwierigen Bedingungen.


Ninja Kommando ist schönes Eastern-Kino, mit all seinen Finessen, Klischees und Eigenheiten die es so besonders machen. Großes Lob gibt es für die Qualität, welche abgesehen von Bildschnitzern, welche aber nur als sympathisch zu bezeichnen sind und einfach dazu gehören, ein scharfes HD-Bild präsentiert. Der Ton bleibt in 2.0, was den Genre-Puristen ohnehin nicht stören wird und auch keine Einbuße ist. Dieses Nostalgie-Kommando hat erfolgreich seine Mission erfüllt.

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