The Quiet Ones

Seit ein paar Jahren mischen die berühmten britischen Hammer Films wieder mit im internationalen Horrorfilmkarusell. Am 28. 8. erscheint nun das neueste Werk THE QUIET ONES auf DVD und BluRay. 1974 macht sich Professor Coupland (Jared Harris) mit zwei seiner ihm ergebenen Studenten und einem begleitenden Kameramann (Sam Claflin) an ein Experiment mit der zutiefst gestörten, angeblich sogar besessenen Jane Harper. Der Sinn der Forschung ist es, einen Poltergeist aus der negativen Energie von Jane zu manifestieren. Dazu wird das Mädchen, das in der Hoffnung auf Heilung allem zustimmt, isoliert auf einem Dachboden gehalten und Coupland versucht sie zu brechen.

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Nach einem unschönen Zwischenfall muss die Gruppe die angesehene Universität in Oxford, die die Forschung bislang bezahlt hat, verlassen und nistet sich in einem hübschen, abgelegenen Herrenhaus ein. Der Kontrolle durch die Hochschule und der dortigen Polizei entkommen, wird der Umgang mit Jane schnell härter und grausamer. Die übernatürlichen Vorfälle eskalieren immer mehr und die Gruppe beschwört mit ihren Experimenten etwas herauf, mit dem sie in ihren kühnsten Träumen nicht gerechnet hat…

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Der Regisseur John Pogue erzählt in schönen Bildern einen zumeist ruhigen, netten Geister- bzw. Gruselfilm, der sowohl optisch wie auch inhaltlich versucht an die alten Hammerfilme anzuknöpfen. Die hübsche Ausstattung und gelegentliche Schockmomente täuschen über die Längen hinweg, die der Film leider definitiv hat.

Die Schauspieler passen allesamt gut in ihre Rollen, besonders Olivia Cooke beeindruckt mit ihrer düsteren Darstellung der kranken Jane Harper. Ähnlichkeiten mit Wednesday Adams sind wohl gewollt. Das die zweite Frau im Team, Krissie, sämtliche nervigen Klischees der 70er-Jahre-Filme erfüllt, wenn sie mit zweien der drei Männer ein Verhältnis hat und ständig ultragestylt mit den kürzesten Röckchen durch die Gegend hüpft, passt allerdings nicht so ganz rein.

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Optisch wird die normale, filmische Kamera durch die dokumentarische Kamera in der Handlung ergänzt. Sind die Gegensätze am Anfang noch sehr ausgeprägt (4:3 anstelle 16:9) und die übliche Filmkörnung mit Schrammen, gleichen sich die zwei Kameras immer mehr an. (Der endgültige Bruch mit dem 4:3-ähnlichen Format wird relativ früh mit den Worten „Ab jetzt kann ich nur noch billiges Filmmaterial kaufen“ eingeleitet.) Dadurch harmonisieren die zwei Looks ziemlich gut und man wird nicht so unsanft zwischen den beiden Kameras hin- und hergeworfen wie in vielen anderen Filmen.

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Die Handlung basiert lose auf dem kanadischen Philip Experiment von 1972, in dem der „Poltergeistexperte“ Dr. A.R.G. Owen mit sieben, nicht übernatürlich begabten, Personen einen frei erfundenen Poltergeist erschaffen wollte, und das nach Ansicht der Beobachter auch geschafft hat. Diese Experimente sind gut dokumentiert und im Internet einsehbar.

THE QUIET ONES ist ein hübscher kleiner Geisterfilm, mit ein paar kleineren Überraschungen und viel Atmosphäre. Ein wichtiger Film ist er aber nicht geworden, dazu ist er einfach etwas zu altbacken.


THE QUIET ONES Regie: John Pogue, USA/UK 2014


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