Antboy

Da fehlt doch Jemand. Als 2012 „Marvel`s The Avengersin den Kinos gastierte, fehlten zwei der ursprünglichen Helden dieses Komikabenteuers. Einer davon ist Ant-Man. So hat es fast den Anschein, als wollte Ander Olholm mit seinem Drehbuch diese Lücke füllen. Unter der Regie von Ask Hasselbach präsentiert er seinen artverwandten Superhelden: Antboy.

Der 12jährige Pelle hat es nicht leicht. In der Schule wird er weitestgehend ignoriert, es sei denn er ist auf der Flucht vor prügelwütigen Halbstarken. Auch die Dame seines Herzens kann er mit seiner Einfachheit nicht erreichen.

Als Pelle nach der Schule in einer Hecke Schutz vor Grobianen sucht, wird er dort von einer Ameise gebissen. Natürlich war sie keine normale Ameise, sondern ist aus einem Labor entkrabbelt, wo sie gezüchtet wurde. Nach diesem verhängnisvollen Biss beginnt sich der zerbrechliche Junge innerlich zu verwandeln. Er bemerkt, dass er besondere Fähigkeiten besitzt und auch viel stärker und schneller geworden ist. Sein komikversessener Mitschüler Wilhelm fällt dieser Umstand sofort auf und beginnt Pelle in die Lebensweisen eines Superhelden einzuführen.

Nachdem ermittelt wurde, welche Kräfte in Pelle schlummern und schmerzlich festgestellt wird, dass fliegen nicht dazu gehört, tritt er nun, schwarz kostümiert als Antboy ins Leben seiner Umwelt. Die ganze Stadt feiert ihren neuen „Helfer in der Not“ und Antboy wird von den Jungs beneidet und von den Mädchen vergöttert. Natürlich gibt sich umgehend ein Erzfeind zu erkennen. Der große, wie breite Schurke nennt sich „Der Floh“. Ihn gilt es zur Strecke zu bringen, besonders als er seine heimliche Liebe entführt.

Dieser dänische Film könnte so schön sein, wenn er nicht zu sehr an die erste Spider-Man-Verfilmung von Sam Raimi erinnern würde. Zu viele Abläufe und Situationen wirken kopiert und somit einfallslos. Dabei ist das Potenzial erkennbar und wenige eigene Ideen schaffen es die Heldengeschichte nicht völlig zu zerstören. Die lustigen Momente sind, wenn Pelle seine Kräfte durch das verzehren von Süßigkeiten regeneriert oder sich über Türschlössern erleichtert und mit der freigesetzten Ameisensäure öffnet. Für Kinder wird hier gute Unterhaltung abgeliefert. Jugendliche, die bereits mit den großen Vorbildern von Marvel und DC im Kino Bekanntschaft gemacht haben, werden sich aber vermutlich nicht beeindrucken lassen. Das „gewisse Etwas“ fehlt hier leider.

Zusammenfassend ist Antboy eine nette Idee die mit zu wenig Eigeninitiative umgesetzt wurde. Schade. Übrigens wird Ant-Man doch noch die Kinoleinwände erklimmen, allerdings erst im Sommer 2015. — Benedikt

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